Nachmittagsmüdigkeit im Kopf, Augen, die sich fies verkleben, das Verlangen, sich mindestens fünfzehn Minuten auszuruhen. Tagsüber schlafen. Für einige ist das eine Freudenlust und ein Zeichen von Faulheit, für andere eine unverzichtbare Teil des produktiven Tages, eine tradierte Tradition. Es gibt Menschen, die sich ohne «ruhige Stunde» nicht vorstellen können, und es gibt diejenigen, die niemals tagsüber liegen würden, aus Angst vor einem erschöpften Zustand am Abend. Wer hat recht? Und was sagt die Wissenschaft über diese kurze Reise in die Arme Morpheus? Kurze Geschichte einer langen Pause Die Menschheit hat sich in zwei Lager geteilt, noch lange vor der industriellen Revolution. In Ländern mit heißen Klimaten war der Mittagsschlaf — die Siesta — lebensnotwendig. In Spanien, Italien, Griechenland, Ländern Lateinamerikas schlossen sich die Geschäfte um Mitternachmittag, die Straßen wurden ruhig, und die Menschen fielen in den Mittagsschlaf, um die heiße Sonne zu ertragen. Diese Tradition hat ihre Wurzeln in der römischen Kultur, wo es eine «kalte Pause» gab — eine Pause von 12 bis 15 Uhr. Ende des 20. Jahrhunderts versuchten viele Länder, die Siesta aus wirtschaftlichen Gründen abzuschaffen, aber die Tradition erwies sich als widerstandsfähig. Heute, im Jahr 2026, gibt es in Spanien Diskussionen über die Rückkehr eines vollen Arbeitstages mit einer Pause zum Schlafen. Im Gegensatz zu SüdEuropa hatten nördliche Länder, einschließlich Russlands, niemals eine Tradition des Mittagsschlafs. Unser Klima und unser Lebensrhythmus bestimmten einen anderen Zeitplan: frühe Aufstehen, ohne Pause arbeiten und früh ins Bett gehen. Allerdings haben Globalisierung und Remote Work diese Grenzen verwischt. Physiologie: Warum man nach dem Mittagessen schläfrig wird Das Verlangen, sich zwischen 14 und 16 Uhr auszuruhen, ist keine Faulheit, sondern ein biologischer Rhythmus. Unser Körper ist so konzipiert, dass er neben dem nächtlichen Schlaf noch einen anderen, weniger stark ...
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