Чайковский и Римский-Корсаков: дихотомия как движущая сила русской музыки
Введение: Два полюса национальной композиторской школы
Die kreativen und persönlichen Beziehungen zwischen Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840-1893) und Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow (1844-1908) stellen eine der produktivsten und reichhaltigsten Dichotomien in der Geschichte der russischen Musik dar. Ihr Gegensatz und ihre gegenseitige Beeinflussung waren kein Antagonismus von Feinden, sondern eher eine konstruktive Polemik zwischen zwei titanenischen Figuren, die zwei verschiedene Wege der Entwicklung der nationalen Kultur in der letzten drittel des 19. Jahrhunderts verkörperten. Dies war ein Gegensatz zwischen «Westler» und «Erdbewohner», Psycholog und Epiker, Intuitivist und Systematiker.
1. Ideologische und ästhetische Antipoden
Ihre Differenzen wurzeln in grundlegenden Prinzipien.
Tschaikowski: Universalismus und persönlicher Psychologismus. Absolvent der Petersburger Konservatorium (westlicher Typ), er sah in der Musik vor allem einen universellen Sprache der menschlichen Leidenschaften. Sein Ideal ist der Synthese europäischer Formen (Sonaten, Symphonien, Ballett) mit der russischen melodischen und emotionalen Poesie. Sein Schaffen ist autobiografisch und konzentriert sich auf den inneren Raum der Persönlichkeit.
Rimski-Korsakow: Nationale Schule und «musikalische Malerei». Teilnehmer der «Mächtigen Gruppe», er war darauf ausgerichtet, eine eigenständige russische Komponistenschule zu schaffen, die auf Folklore, alten kirchlichen Tonsystemen, Orientalismus und literarisch-mythischen Sujets basiert. Seine Musik ist oft objektiv, bildhaft, sie «erzählt» oder «malt» (Opern-Sagen, symphonische Bilder). Nach der «Wertewechselbewertung» in den 1870er Jahren wurde er der Hauptorganisator und Pädagoge der Richtung "Mächtige Gruppe".
2. Professionelles versus Intuition: Konflikt und Überwindung
Die Unterschiede wurden am schärfsten in Bezug auf die Kompositions-Technik sichtbar.
Früherer R ...
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