Frühes Morgen. Du öffnest das Fenster im Schlafzimmer. Und anstatt des gewohnten Lärms von Autos — ein Klang. Klar und klingend. Das singt ein Zwergtaucher auf einem alten Weidenbaum. Oder eine Sperlingsdrossel auf dem Dachfirst. Das Singen von Vögeln in der Stadt ist kein Zufall, sondern ein kleines Wunder des Überlebens. Die Vögel haben sich an den Asphalt, die Abgase und die Menschenmassen angepasst. Sie singen lauter, höher, schneller als ihre Waldverwandten. Und in diesem Gesang ist unsere Hoffnung darauf, dass die Natur nicht aufgegeben hat. Welche Vögel singen in der Stadt Der städtische Orchester ist vielfältiger, als man denkt. Es gibt ständige Solisten. Der erste ist eine große Sperlingsdrossel. Ihr Lied ist «zi-zi-fi, zi-zi-fi» und hört sich von frühem Frühling bis zur Mitte des Sommers. Die Sperlingsdrossel ist mutig, sie fürchtet sich nicht vor Menschen. Zweiter ist der Zilpzalp. Seine klingende Melodie mit dem charakteristischen «rüm-rüm-rüm» ist in jedem Park erkennbar. Dritter ist der Schwarze Zwergtaucher. Er singt am Morgen und am Abend, seine Stimme ist rein und traurig, wie eine Flöte. Vierter ist der Star. Er singt nicht so sehr, als ob er singt, sondern parodiert: Er kann Signale von Autosirenen oder Telefonringtonen in sein Lied einbauen. În großen Parks und Waldparks kann man den Kuckuck hören (ja, in Moskau, im Silbernen Wald, singen die Kuckucks Akkorde!), die Goldhähnchen (eine Flöte der höchsten Klasse), die Morgenröte (eine zarte, leise Pfeife). In Wohngebieten hört man häufiger Haussperlinge (das Kichern wie ein Zischen), Löffler, Grünlinge. Und in Industriegebieten die städtischen Schwärme, die nicht singen, sondern zwitschern und zwitschern im Flug. Wie ändert die Stadt das Singen der Vögel Die Stadt ist laut. Autos, Baustellen, Klimaanlagen, U-Bahn. Der Geräuschpegel in der Innenstadt erreicht 70-80 Dezibel, im Wald 20-30. Die Vögel müssen konkurrieren. Studien zeigen: Stadtische Vögel singen auf höheren Frequenzen als Waldvögel. ...
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