Warum verteidigt der Schulelternbeirat die Rechte der Väter nicht: institutionelle Fallstricke und soziale Stereotypen
Das Phänomen der unwissentlichen Ignorierung der Rechte der Väter durch den Schulelternbeirat ist ein Symptom einer tiefgreifenderen systemischen Problematik und nicht das Ergebnis persönlicher Vorurteile seiner Mitglieder. Der Elternbeirat, obwohl ein informeller aber einflussreicher Organ innerhalb der Schule, agiert innerhalb tradierten sozialen, geschlechtlichen und administrativen Mustern, die Männer-Eltern tendenziell marginalisieren. Seine Unfähigkeit, ein Instrument zum Schutz der Rechte der Väter zu werden, ist auf mehrere miteinander verbundene Faktoren zurückzuführen.
1. Demografischer und sozialer Ungleichgewicht: «weibliches Raum
Elternbeiräte bestehen in der überwiegenden Mehrheit aus Müttern. Dies ist kein Zufall, sondern ein Spiegelbild struktureller Ungleichheit im Verteilungsbereich der Elternpflichten.
Statistischer Fakt: Laut Studien bestehen in Russland in Schul- und Kindergartenkomitees 90-95% der Teilnehmerinnen aus Frauen. Dies schafft eine geschlechtshomogene Umgebung mit eigenen Regeln, Sprache und Prioritäten.
Soziale Erwartungen: Die Schule wird historisch als Fortsetzung der «weiblichen», erzieherischen Sphäre wahrgenommen. Aktivität in ihr ist eine Fortsetzung der Rolle der Mutter-Beobachterin. Ein Vater, der eine ähnliche Einbindung zeigt, wird oft als Ausnahme, «Helfer» der Mutter, und nicht als autonomer Akteur wahrgenommen.
Zeitlicher Ressourcen: Das ungleiche Verteilung des häuslichen Arbeitspensums führt dazu, dass Müttern (insbesondere berufstätigen Teilzeitbeschäftigten oder nicht berufstätigen) mehr flexibles Zeit für Teilnahme an täglichen Sitzungen, Sammlungen und Veranstaltungen zur Verfügung steht. Väter, die daran teilnehmen möchten, werden oft de-fakto aufgrund des Arbeitsplans ausgeschlossen.
In einer solchen Umgebung gelangen Probleme, die spezifisch für Väter sind (z.B. Konflikt mit der Mutter ...
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