Feier des Weihnachtsfestes und des Tages des Heiligen Nikolaus der Griechen in Kleinasien: Traditionen der Diaspora
Einführung
Die griechische Diaspora in Kleinasien, die auf diesen Gebieten seit über dreitausend Jahren existiert, hat einzigartige kulturell-religiöse Traditionen entwickelt, in denen das antike byzantinische Erbe, lokale Bräuche und das Einflussgebiet der Nachbarvölker verschmolzen sind. Die Feier des Heiligen Abends und des Tages der Gedächtnisses des Heiligen Nikolaus des Wunderers (am 6. Dezember nach dem julianischen Kalender, was dem 19. Dezember nach dem gregorianischen Kalender entspricht), nahm in der Kalenderzyklen der griechischen Kleinasier eine besondere Stelle ein, wobei sowohl allgemeinchristliche als auch spezifische regionale Besonderheiten erhalten blieben.
Heiliger Nikolaus: Beschützer der Seefahrer und Bauern
Für die Griechen in Kleinasien war Heiliger Nikolaus nicht nur einer der Heiligen — er wurde als himmlischer Beschützer des Gebiets wahrgenommen, da er als Erzbischof in Myra der Lycia (heute Demre, Türkei) diente. In den Küstenstädten und Inseln (z.B. in Smyrna, Paphos, auf Chios) wurde sein Gedächtnistag mit besonderer Pracht gefeiert. Fischer und Seefahrer heiligten an diesem Tag ihre Boote und brachten in die Kirchen Miniaturboote aus Holz oder Wachs als Dankopfer. Es bestand die Tradition des «καρπαζιά» (karpazá) — nach der Liturgie warf der Priester heilige Brote in die Menge, und es wurde angenommen, dass derjenige, der sie fischte, unter dem besonderen Schutz des Heiligen den ganzen Jahr über war.
In den landwirtschaftlichen Gebieten der Kapadokien und des Pontos vollzogen am Tag des Heiligen Nikolaus den Brauch der Segnung des Korns. Die Hausfrauen backten einen speziellen Brot «νικολόψωμο» (nikolópso) mit einem Kreuzabdruck, das sie dann unter allen Familienmitgliedern aufteilten und einen Teil dem Vieh gaben, um es vor Krankheiten zu schützen. Interessanterweise bestand in einigen Dörfern des Pontos die Tradition de ...
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