Die vorweihnachtliche „ Wilde Jagd“ im Büro: ein archaischer Mythos im Kontext der Unternehmenskultur und der Strategien des Widerstands des Arbeitnehmers
Einführung: ein Mythos, der sich in eine Metapher verwandelt
Der Begriff „ Wilde Jagd“ (Wild Hunt) hat seine Wurzeln im allgemeineuropäischen Volksglauben. Dies ist eine übernatürliche Kavalkade von schattenhaften Reitern oder Geistern, angeführt von einer mythischen Figur (Odin, Wotan, Helka, Dagda), die durch das Himmel reitet in besonderen, häufig winterlichen Nächten und Unheil oder Veränderungen vorhersagt. In der modernen Anthropologie und Soziologie wurde dieser Archetyp adaptiert, um den Zeitraum des Avails und des Chaos zu beschreiben, der in Organisationen vor großen Festtagen eintritt, insbesondere vor Weihnachten. Dieser Artikel analysiert das Phänomen der vorweihnachtlichen „Wilden Jagd“ im Büro als spezifisches Zustand der Unternehmensumgebung und betrachtet mögliche Strategien des rationalen Widerstands dagegen vonseiten des Arbeitnehmers.
Wesen und Manifestationen der büroartigen „Wilden Jagd“
Im Unternehmenskontext ist die „ Wilde Jagd“ eine Metapher für die plötzliche, intensive und oft irrationale Zunahme der Arbeitslast, kombiniert mit steigendem allgemeinen Stress und Desorganisation der Prozesse. Dieses Phänomen hat systemische Ursachen:
Der zyklische Charakter des Geschäftslebens: Das Streben, das Geschäftsjahr „abzuschließen“, die Pläne zu erfüllen, die Budgets bis zum „Nullpunkt“ am 1. Januar auszugehen.
Sociale Verpflichtungen: Die Organisation von Unternehmensfesten, der Austausch von Geschenken, das Schreiben von Glückwunschrufen — all dies liegt zusätzlichen emotionalen und organisatorischen Belastungen zugrunde.
Cognitive Verzerrungen: Der Effekt der „Dringlichkeit“, bei dem Aufgaben, die Monate lang verschoben wurden, plötzlich als kritisch wichtig zum Erledigen „bis zum Neujahr“ erklärt werden.
Mythischer Untergrund: Es ist bemerkenswert, dass in einigen Traditionen (z.B. der deutsc ...
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