Arbeitswahnsinn und Downshifting: Die zwei Pole einer endlosen Jagd Sie existieren in einer Welt, aber leben in völlig verschiedenen Welten. Der Arbeitswahnsinnige erwacht mit dem Gedanken an Deadlines und geht mit dem Laptop auf dem Schoß schlafen. Der Downshifter beginnt den Tag mit einer Tasse Tee auf der Veranda und schaut nicht auf die Uhr, weil sie einfach nicht existiert. Zwischen ihnen liegt ein Abgrund. Oder nicht? Tatsächlich sind der Arbeitswahnsinnige und der Downshifter nicht Feinde, sondern zwei Antworten auf eine Frage: Wie lebt man in einer Welt, in der der Lebensrhythmus jedes Jahr schneller wird. Einer wählt die Teilnahme an der Jagd, der andere den Ausstieg aus ihr. Beide suchen aber dasselbe: Sinn, Kontrolle und einen Weg, glücklich zu sein.Wer sind Downshifter und warum verlassen sie? Downshifting ist nicht nur ein Umzug auf das Land oder der Wechsel in eine weniger gut bezahlte Arbeit. Es ist ein Wechsel der Koordinatensysteme. Ein Mensch verzichtet freiwillig auf Karrierefortschritt, hohes Einkommen und Status, um Zeit, Freiheit und Frieden zu haben. Es ist nicht immer eine Flucht vor Schwierigkeiten. Oft ist es eine bewusste Entscheidung, wenn ein Mensch versteht, dass die „Jagd nach Erfolgen“ keine Freude bringt, sondern nur Erschöpfung. Viele Downshifter kommen aus dem Arbeitswahnsinn. Sie haben überarbeitet, ausgeblichen, sich selbst verloren und entschieden: So kann man nicht mehr leben. Sie wechseln die Großstadt in eine kleine Stadt, das Büro in eine Remote-Arbeit, die Karriere in ein Hobby. Sie möchten nicht „erfolgreich“ im Auge der Gesellschaft sein, sie möchten in ihren eigenen Augen lebendig sein. Interessant ist, dass Downshifting nicht immer bedeutet, Einkommen zu verlieren. Viele behalten ihre finanzielle Unabhängigkeit bei, aber ändern das Format: Werden Freiberufler, eröffnen kleine Landwirtschaftsbetriebe, schreiben Bücher. Wichtig ist, sie werden nicht Sklaven der Arbeit, sondern ihre Autoren.Was haben der Arbeitswahnsinnige ...
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