Ziele, die die Menschheit auf planetarischer Ebene vereinen: Von archaischen Instinkten zu globalen Memplexen
Einführung: Planetarität als evolutionärer Herausforderung und kognitiver Revolution
Die Idee von Zielen, die die gesamte Menschheit vereinen, geht über politische Manifeste hinaus und tritt in den Bereich der Evolutionärbiologie, Neuropsychologie und der Theorie komplexer Systeme ein. Die Fähigkeit zu dieser Form der Kooperation ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein kognitives und kulturelles Erreichen, das vielen alten adaptiven Programmen widerspricht, die auf das Überleben kleinerer Gruppen ausgerichtet sind. Planetarische Ziele sind überkulturelle Memplexen (Ideenkomplexe, nach R. Dawkins), die zur ihrer Umsetzung die Überwindung grundlegender psychologischer Barrieren erfordern: Partikularismus, kurzfristiges Denken und kognitive Verzerrungen wie die «Tragödie der Gemeinschaft».
Hierarchie der Ziele: Von grundlegendem Überleben zur existentiellen Ko-evolution
Planetarische Ziele können nach Ebenen der Imperativität strukturiert werden, von den grundlegendsten (gemeinsam für jedes lebende Gemeinschaft) bis zu den abgeleiteten, die einen hohen Grad an Reflexion erfordern.
Ebene 1: Anthropoökologischer Imperativ (Physisches Überleben der Art und ihres Nischen)
Dies sind Ziele, der Verzicht auf die das Bestehen der Menschheit als biologische Art in ihrer aktuellen ökologischen Nische in Frage stellt.
Stabilisierung des Klimas und der Biosphäre. Dies ist nicht eine abstrakte «Sorge um die Natur», sondern ein Frage der Erhaltung planetarer Lebenserhaltungssysteme. Klimawandel, Bodenversauerung, Verlust der Biodiversität, Meeresverschmutzung sind direkte Bedrohungen für die Nahrungssicherheit, die Wasserversorgung, die Gesundheit und letztlich die politische Stabilität. Beispiel: Das Pariser Klimaabkommen (2015) — die erste in der Geschichte formale Versuche, diese Ziel auf globaler Ebene zu formalisieren, obwohl ihre Durchführung mit dem «Problem des ...
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