Reisender oder Tourist: zwei Welten, ein UrlaubFrage jeden Menschen, der gerade von einer Reise zurückgekommen ist: «Warst du ein Tourist oder ein Reisender?» — und du wirst wahrscheinlich eine leichte Verletzung hören. Niemand will ein Tourist sein. Das Wort ist fast ein Schimpfwort geworden. Aber ist der Unterschied wirklich so groß? Und warum sagt man, dass Gasthöfe für Reisende, nicht für Touristen geschaffen wurden? Dahinter steckt nicht nur Snobismus, sondern eine tiefere Unterschied in der Weltanschauung, dem Lebensansatz und dem, was wir jenseits unseres Zuhauses suchen. Lassen wir uns ohne Vorurteile und mit einem Teil Ehrlichkeit auseinandersetzen.Tourist: Kunde der TourismusindustrieEin Tourist ist eine Person, die ihren Urlaub wie ein Produkt kauft. Er wählt ein Land nach Fotos in den sozialen Netzwerken aus, liest Bewertungen auf Booking, bucht ein Hotel mit Frühstück und kauft Touren bei einem Reiseleiter im Foyer. Sein Ziel ist es, sich auszuruhen, die Umgebung zu wechseln, intensive Erfahrungen zu machen, aber dabei seinen gewohnten Komfort zu behalten. Er möchte, dass alles vorhersehbar ist: Klimaanlage, warmes Wasser, Wi-Fi, ein Buffet, Shuttle vom Flughafen. Der Tourist bezahlt für den Service und hat das Recht, Qualität zu fordern.Der Tourist folgt einem Weg, der von Millionen Menschen betritten wurde. Er fährt zur Eiffeltürme, in den Kolosseum oder auf die Bali-Strände, weil «dort muss jeder mal gewesen sein». Er macht Fotos vor Sehenswürdigkeiten, kauft Souvenirs im nächsten Geschäft und hat das Abendessen in einem Restaurant mit englischsprachigem Menü. Das ist nicht schlecht. Das ist einfach ein Weg des Lebens in der modernen Welt, wo die Zeit begrenzt ist und das Geld schwer verdient wurde. Tourismus ist eine Industrie und Touristen sind ihre Hauptkunden.Es gibt jedoch auch die andere Seite dieser Erscheinung. Der Tourist bleibt in einem «Blase»: Er sieht das Land durch die Brille des Hotels, des Sightseeing-Busses und des Souvenir-Ladens. E ...
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