Tanz im Buddhismus: von der rituellen Pantomime zur Bewegungsmeditation
Einführung: bewusstes Bewegung auf dem Weg zur Erleuchtung
Im Buddhismus, mit seinem Akzent auf Bewusstsein, Entbehrung von sinnlichen Genüssen und der Unterdrückung des Körpers, ist das Verhältnis zum Tanz als weltlichem Vergnügen oder zur Selbstausdruck im Allgemeinen zurückhaltend. Doch als tief synkretische Religion, die sich an lokale Kulturen angepasst hat, hat der Buddhismus einzigartige rituelle-symbolische und meditative Tanzpraktiken hervorgebracht und aufgenommen. Ihr Ziel ist nicht die Selbstausdruck des Tänzers, sondern die visuelle Darstellung der Lehre (Dharma), die Opferung an die Gottheiten, die Transformation des Bewusstseins des Zuschauers und des Ausführenden.
Schlüsselprinzipien: Tanz als Dharma und Opferung
Im Herzen des buddhistischen Ansatzes zum Bewegung liegen mehrere Ideen:
Ungebundenheit: Bewegungen sollten von emotionaler Affektivität, Egozentrismus und Sinnlichkeit frei sein. Der Tanz ist eine disziplinierte, bewusste Handlung.
Symbolik: Jeder Gestus, Haltung, Kostüm und Attribut ist mit einem tiefen symbolischen Bedeutung verbunden, das mit der Philosophie des Buddhismus verbunden ist: Überwindung der Illusionen (Maya), Mitleid (Karuna), Weisheit (Pradjna).
Ritueller Effekt: Der Tanz wird oft als Akt sakraler Magie (Sadhana) betrachtet, der das Raum reinigt, die Gottheiten (Idam) ruft, gute Werke ansammelt.
Wichtige Tanztraditionen im Buddhismus
1. Tibetischer Buddhismus: mystische Pantomime und wütende GottheitenDie tibetische Tanztradition ist am besten entwickelt und bekannt. Ihr Kern besteht aus den Chams (ʻcham) — rituellen mystischen Tänzen, die von Mönchen in Masken ausgeführt werden.
Ursprung und Bedeutung: Laut Überlieferung legte der große Yogi und Heilige Padmasambhava (Guru Rinpoche) im 8. Jahrhundert die Grundlagen des Chams, um lokale Dämonen zu unterwerfen und die Dharma zu stärken. Der Tanz ist eine Visualisierung des Mandala, eine lebendige Ikone. ...
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