Entstehen Gourmets geboren oder werden sie? Ein wissenschaftlicher Blick auf die Evolution des Geschmacks Frage jeden Menschen, ob er sich für einen Gourment hält. Einige werden stolz nicken, andere schüchtern die Augen senken, und wieder andere schütteln die Schultern: „Ich liebe einfach leckeres Essen“. Aber was macht einen Menschen zu einem Gourment? Ist es ein angeborenes Talent — eine besondere Struktur der Geschmacksrezeptoren und ein feines Riechvermögen — oder das Ergebnis eines langen Lernprozesses, vieler Degustationen und eines kulturellen Hintergrunds? Die Antwort, wie oft der Fall, liegt irgendwo dazwischen. Wir werden mit einem bestimmten Satz biologischer Werkzeuge geboren, aber wie wir sie verwenden und was wir für „geschmackvoll“ halten, ist das Ergebnis eines komplexen Interplays zwischen Genetik, Umgebung, Erziehung und persönlicher Wahl. Anlage: Genetik des Geschmacks Beginnen wir damit, dass jeder von uns eine unterschiedliche Anzahl von Geschmacksrezeptoren hat. Es gibt so genannte „Super-Gourmets“ — Menschen, die auf der Zunge erheblich mehr Geschmackskuppen haben als der Durchschnitt. Für sie ist die Welt der Geschmacksrichtungen viel farbenfroher: Sie schmecken den Bitterkeit, den Süße und den Säure schärfer. Das ist eine genetisch bedingte Eigenschaft. Solche Menschen sind wirklich von Geburt an empfindlicher für Geschmacksnuancen und haben es leichter, Gourmets zu werden — sie sind quasi „programmiert“ für eine tiefere Analyse von Lebensmitteln. Allerdings sind etwa 25 Prozent der Weltbevölkerung solche „Super-Gourmets“, und nicht alle von ihnen werden Gourmets. Empfindlichkeit ist nur ein Werkzeug, aber keine Garantie für Interesse an seiner Nutzung. Ein weiterer genetischer Faktor ist das Riechvermögen. Unser Nasen kann bis zu einer Trillion Gerüche unterscheiden, und diese Fähigkeit variiert von Mensch zu Mensch. Menschen mit einem feineren Riechvermögen können aromatische Nuancen wahrnehmen, die für andere verborgen bleiben. Aber auc ...
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