Neujahr und Weihnachtsleuchtketten: Tradition und Moderne
Neujahr und Weihnachtsleuchtketten sind nicht nur Dekoration. Es ist ein komplexer technologischer und kultureller Phänomen, der von einem magischen Ritual bis zu einem hochtechnologischen Element der Lichtgestaltung evolviert ist. Ihre Geschichte spiegelt die Entwicklung der Elektrotechnik, die Veränderung ästhetischer Vorstellungen und die psychologische Bedürfnis des Menschen nach Licht in der dunkelsten Jahreszeit wider.
Historische Wurzeln: vom Feuer zum Strom
Die Wurzeln der Tradition reichen in die tiefste Antike zurück, verbunden mit dem Kult des Sonnengottes und dem Winter-Sonnenwenden. Um dem "erneuernden" Stern zu helfen, entzündeten die Menschen Feuerschalen, Kerzen, Fackeln. Besonders bei den germanischen Völkern bestand die Tradition, das Wohnhaus und die Bäume mit brennenden Kerzen zu schmücken.
Ein Wendepunkt trat in der Ära der Elektrifizierung ein:
Die erste elektrische Girlande (1882). Ihr Schöpfer war Edward Johnson, Partner von Thomas Edison. Er hat 80 rote, weiße und blaue elektrische Glühbirnen per Hand zusammengebaut und mit ihnen einen Weihnachtsbaum in seinem New Yorker Haus geschmückt. Die Girlande drehte sich und änderte die Farbe. Dies war ein teurer und gefährlicher (aufgrund der Unvollkommenheit der Verkabelung) Vergnügen für die Reichen.
Demokratisierung und Sicherheit. 1903 begann das Unternehmen General Electric, fertige Sets von Girlanden zu verkaufen. Ein Schlüsselerfindung war die Schaffung von "fake" oder "Weihnachts"-Lampen im Jahr 1919 — sie hatten eine dünnere Glühfaden, arbeiteten bei niedriger Spannung und waren sicherer bei Berührung. Sie blieben jedoch teuer: In den 1920er Jahren kostete ein Sets von Girlanden so viel wie ein moderner Fernseher.
Sowjetische Tradition. In der Sowjetunion begann das Massenproduktion von Elektrogirlanden ("Weihnachtsbäume-Girlanden") nach dem Krieg. Die klassische Girlande "Ogonёk" mit farbigen Glühbirnen in Kunststoffdiffusoren wurde ...
Читать далее