Ungewöhnliche Weihnachtsdekorationen: Von Artefakten bis zu Kunstwerken
Einführung: Das Weihnachtsdekoration als sozialkultureller Marker
Weihnachtsdekorationen, die über die Standardkugeln, Lichterketten und Nadelbäume hinausgehen, stellen ein einzigartiges Forschungsmaterial für die Materialkultur, die Designgeschichte und die Soziologie dar. Ihre «Ungewöhnlichkeit» kann durch den Materialtyp, die Technologie, das ideologische Inhalt, die Autorschaft oder die Funktion bestimmt werden. Die Untersuchung dieser Artefakte ermöglicht die Rekonstruktion der Geschichte des täglichen Lebens, Krisenperioden, technologische Durchbrüche und den Wechsel ästhetischer Paradigmen.
Historisch-antropologischer Kontext: Dekorationen als Reflexion der Epoche
Die Tradition, ein immergrünes Baum zu schmücken, hat bischöfliche Wurzeln, aber ihre Gestaltung in den uns bekannten Formen fand im 19. Jahrhundert in Deutschland statt. Bereits damals tauchten neben Äpfeln und Nüssen auf den Ästen selbstgemachte Figuren aus Papier, Watte, Stroh und Eierschalen auf. Der eigentliche Ausbruch der «Ungewöhnlichkeit» fällt jedoch in die Zeiträume sozialer Unruhen und Mangels, wenn Handwerksgüter verwendet wurden.
Klassifikation ungewöhnlicher Dekorationen
1. «Ressourcen»-Dekorationen: Kreativität in Zeiten des Mangels.Der Material wird das, was im Überfluss vorhanden ist oder was im alltäglichen Verständnis keine festliche Wert hat.
Kriegs- und Nachkriegsperioden: In den Jahren des Ersten und Zweiten Weltkriegs in Europa und der UdSSR wurden die Bäume mit Kartuschen, Abschnitten von Stacheldraht, Parachute Seide, medizinischen Binden, in silberner Farbe bemalten Spaghetti geschmückt. In Leningrad im Blockade wurden aus Stücken von schwarzbrot, in Salz eingeweicht für Stabilität, Spielzeuge hergestellt.
Ära des Mangels in der UdSSR (1970-80er Jahre): Breit verbreitet wurden Spielzeuge aus Handwerksgütern: Figuren aus verbrannten Glühbirnen, bemalt und mit Perlen verklebt; Bälle aus Fäden, mit Le ...
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