Grundlage des Dialogs zwischen Eltern und Kind: Wenn Worte Brücken werden Wir denken oft, dass der Dialog mit einem Kind nur ein Gespräch ist. Wir stellen Fragen, sie antworten, wir geben Ratschläge, sie nicken. Aber ein echter Dialog ist nicht der Austausch von Informationen. Das ist ein Treffen zweier Welten: des erwachsenen, bereits etablierten, und des kindlichen, noch formierenden. Dies ist ein Raum, in dem Vertrauen geboren wird, wo das Kind lernt, sich selbst und andere zu verstehen, und der Elternteil sich selbst neu durch sein Kind entdeckt. Die Grundlage des Dialogs zwischen Eltern und Kind ist nicht die Technik, nicht der Methodus, nicht ein Satz von Regeln. Das ist eine grundlegende Haltung: die Achtung der Persönlichkeit des Kindes, die Anerkennung seines Rechts auf seine Gefühle, Gedanken und Entscheidungen. Ohne dieses Fundament bleibt jeder Gesprächsaustausch nur Oberflächengerede, manchmal auch ein Druckmittel. Bedingungsloses Akzeptieren als Grundlage Das erste, auf dem jeder gesunde Dialog aufbaut, ist das bedingungslose Akzeptieren. Das Kind muss wissen: Man liebt es nicht wegen seiner guten Noten, nicht wegen seiner Gehorsamkeit, nicht wegen seiner Erfüllung der Erwartungen. Man liebt es einfach, weil es da ist. Das klingt einfach, aber in der Praxis ist es eine der schwierigsten Dinge für die Eltern. Weil wir Erwachsene oft Liebe mit Billigung verwechseln. Wir sagen: «Du bist klug, weil du die Spielsachen weggeräumt hast», und das Kind denkt: «Man schätzt mich, wenn ich mich entsprechend verhalte». Und wenn er die Spielsachen nicht weggeräumt hat, fühlt er, dass seine Wertschätzung abnimmt. Das untergräbt die Grundlage des Dialogs, weil das Kind beginnt, nicht das zu sagen, was er denkt, sondern das, was er hören will, um die Liebe zu behalten. Bedingungsloses Akzeptieren bedeutet, dass wir die Persönlichkeit des Kindes und sein Verhalten teilen. Wir können den Akt nicht billigen, aber wir billigen ihn immer als Person. «Du hast schlecht geha ...
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