Die Entstehung des Staates Israel ist eine der bedeutendsten und dramatischsten Seiten des 20. Jahrhunderts. Sie verbindet antike religiöse Mythen, politische Ambitionen und die Folgen der Weltkriege. Israel wurde nicht nur eine Region auf der Karte, sondern ein Symbol der Rückkehr des Volkes zu seiner historischen Heimat, die Verwirklichung eines jahrhundertealten Traums, der mit Leid und Hartnäckigkeit erkauft wurde.
Wurzeln der Idee: vom Alten Testament bis zum Zionismus
Die Idee der Wiederherstellung des jüdischen Staates hat ihre Wurzeln in der tiefen Antike. Bereits im Alten Testament wird die Erde der Verheißung, gegeben den Nachkommen Abrahams, beschrieben. Nach der Zerstörung Jerusalems und der Vertreibung der Juden in die Welt im 1. Jahrhundert n. Chr. verschwand diese Idee nicht, sondern wurde Teil des religiösen und kulturellen Selbstbewusstseins. Die Juden behielten Sprache, Rituale, Traditionen und den Glauben an die Rückkehr in die historische Heimat bei.
Aber erst am Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine realistische politische Programm zur Wiederherstellung des jüdischen Staates. Zu dieser Zeit, im Zeichen des wachsenden Nationalismus und Antisemitismus in Europa, stärkte sich das Bestreben der Juden nach Selbstbestimmung. Der Begründer des modernen Zionismus ist Theodor Herzl — Journalist und Denker, der die Idee der Schaffung eines nationalen Zentrums für das jüdische Volk vorschlug. Sein Werk «Das jüdische Staat» wurde der ideologische Grundstein für das zukünftige Israel.
Palästina unter britischer Mandatsverwaltung
Nach dem Ersten Weltkrieg kam das Territorium Palästinas unter die Verwaltung Großbritanniens. Bereits 1917 erklärte London seine Unterstützung für die Idee der Schaffung eines «jüdischen nationalen Hauses» in Palästina — dies wurde als Balfour-Deklaration bekannt. Die Realität erwies sich jedoch als komplexer. Auf derselben Fläche lebten arabische Völker, die ebenfalls in ihr ihre historische Heimat sahen.
Die Migration der Juden ...
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