Frühling und Lila: ein phänologisches Duett und seine wissenschaftlichen Grundlagen
Die Verbindung zwischen dem Frühling und dem Blühen der Lila ist einer der stärksten und emotionalsten kulturellen Codes der gemäßigten Breiten in Eurasien und Nordamerika. Doch hinter dieser poetischen Assoziation verbirgt sich ein komplexer Komplex physiologischer, phänologischer und ökologischer Prozesse, die die Lila zu einem idealen Indikator und Symbol für den vollständigen Einzug der Wärme machen.
Phänologie der Lila: vom Knospenstand zum Blütenstand
Die Phänologie, die Wissenschaft von den saisonalen Erscheinungen im lebenden Natur, betrachtet die Lila (Syringa vulgaris) als klassischen Beobachtungsobjekt. Ihr Zyklus ist mit der erwärmenden Jahreszeit durch den Mechanismus der Keimung und der Summe der effektiven Temperaturen synchronisiert.
Ruhe und ihr Ende. Die winterlichen Knospen der Lila befinden sich in einem tiefen endogenen Ruhezustand, der durch einen erzwungenen Ruhezustand ersetzt wird. Für den Ausbruch aus dem tiefen Ruhezustand ist eine lange Exposition gegenüber niedrigen positiven Temperaturen (etwa +5°C) erforderlich — der Keimungsprozess. Ohne dies werden die Blütenknospen nicht in die Entwicklung eintreten.
Der thermische Schwellenwert. Nach Abschluss der Keimung hängt die Entwicklung des Pflanzenes von der Ansammlung der Summe der effektiven Temperaturen ab. Für die Lila wird angenommen, dass der Beginn ihrer Blüte der Summe der effektiven Temperaturen (über +5°C) entspricht, die etwa 200-250°C beträgt. Daher blüht die Lila in verschiedenen Jahren mit einer Differenz von bis zu 2-3 Wochen: alles hängt von der Geschwindigkeit der Wärmespeicherung im Frühling ab.
Phänologische Phasen als Indikatoren. Die Abfolge der Phänologien der Lila korreliert streng mit anderen natürlichen Ereignissen („phänologischen Indikatoren“):
Die Knospenknospe entspricht dem Übergang der mittleren täglichen Temperatur über +5°C.
Die Blattentwicklung erfolgt oft gleichzeitig mit d ...
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