Das Gymnasium als Bildungsprojekt: Geschichte und Gegenwart
Das Phänomen des Gymnasiums ist ein einzigartiges und robuster Bildungsprojekt, das über Jahrtausende hinweg besteht, sich an die Herausforderungen jeder Epoche anpasst, aber die zentrale Idee behält — die Bildung einer intellektuellen und kulturellen Elite der Gesellschaft durch grundlegendes Bildung.
Antike Wurzeln und klassischer Ideal
Das Projekt entstand in der Antike Griechenland (etwa im 5. Jahrhundert v. Chr.), wo das «Gymnasion» ein Komplex für körperliche und geistige Entwicklung war. Allerdings erhielt er seine klassische pädagogische Form in der Antike Rom. Die römische Gymnasium legte den Schwerpunkt auf das Studium der «artes liberales» — der sieben freien Künste, die in das Trivium (Grammatik, Rhetorik, Dialektik) und das Quadrivium (Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie) unterteilt wurden. Ein interessanter Fakt: Rhetorik war das Schlüsselfach, und das finale Examens oft war eine öffentliche Rede (Deklamation) über eine komplexe Thema, was die Jungen für eine Karriere im Gericht oder auf dem Forum vorbereitete.
Die Renaissance in der Epoche des Humanismus
Nach dem Mittelalter wurde das Projekt in der Renaissance hervorragend wiederbelebt. Humanisten wie Johann Sturm, whose strasburgische Gymnasium (1538) ein Maßstab wurde, sahen in ihm eine «Werkstatt der Menschlichkeit». Ziel war es, die harmonische Persönlichkeit durch das Eintauchen in antike Literatur, Kunst und Sprachen (Latein, Griechisch) zu erziehen. Die Bildung wurde systematischer, mit der Einteilung in Klassen. Es ist bemerkenswert, dass in den deutschen Gymnasien der Zeit so genannte «poeta laureatus» existierten — Schüler, die das Titel «gekrönter Dichter» für ihre Erfolge im Dichten auf Latein erhielten.
Der russische Kaiserliche Projekt
În Rusia wurde das Gymnasium als Projekt von Peter I importiert, aber erreichte seinen Höhepunkt unter Alexander I mit der Schaffung des Ministeriums für öffentliche Bildung (1802) und dem S ...
Читать далее