Bedeutung der Bilder von Serafine aus Sanlis
Stellen Sie sich vor: ein ruhiger französischer Städtchen Sanlis, Anfang des 20. Jahrhunderts. Eine Putzfrau, die nachts bei Kerzenlicht seltsame, schrecklich schöne Bilder malt, die niemand bestellt und die nur für sie selbst notwendig sind. Ihr Name ist Serafine Louise, bekannt in der Welt als Serafine aus Sanlis. Ihre Bilder sind eine Mischung aus religiösem Ekstase, Wahnsinn und unvorstellbarer Kraft der Farben. Sie hatte keine künstlerische Ausbildung, aber ihre Werke hängen im Louvre. Was ist der Sinn ihrer Bilder? Warum fesseln und erschrecken sie gleichzeitig?
Wer ist Serafine?
Serafine Louise wurde 1864 in einer armen Familie geboren. Sie wurde früh Witwe, arbeitete als Dienstmädchen. In ihrer Freizeit sammelte sie Beeren, Wurzeln, Blumen, vermahlte sie in Staub, um Farben zu erhalten. Sie malte auf Brettern und Leinwänden, die sie tauschte oder fand. Ihre Technik ist «Punktalismus im Gegenteil»? Nein, es war etwas Einzigartiges: Sie legte Farbe mit einem Spachtel, mit Fingern, manchmal direkt aus dem Tube auf, schuf erhabene Pinselstriche, die an Blätter, Federn, Flammenzungen erinnern. 1912 wurde der deutsche Sammler Wilhelm Ude, der in Sanlis lebte, auf einem Galadinner zufällig auf ihr Bild aufmerksam und war schockiert. Er kaufte alle ihre Werke, begann sie zu unterstützen. Nach der Krise der 1930er Jahre fiel Serafine in Verrücktheit, wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, wo sie 1942, vergessen, starb. Später kehrte Ude zurück und verhalf ihr zu Ruhm.
Stil: Naiver Kunst oder Primitivismus
Serafine gehört zu den Primитивisten (in Frankreich wurden sie «Pfeifer des göttlichen Herzens» genannt). Ihre Werke sind frei von Perspektive, anatomischer Genauigkeit, Gesetzen des Lichts und Schattens. Aber darin liegt ihre Kraft. Sie malte, was sie mit innerem Auge sah. Themen: Früchte, Blätter, Blumen, aber ungewöhnlich groß, hypertrophiert, als ob unter einem Mikroskop. Der Hintergrund ist ...
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