Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Neurobiologie, Unternehmenskultur und die Ökonomie des Wohlbefindens
Die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz hat ihr Privatsache-Status verloren und ist zu einem entscheidenden Faktor für die organisatorische Effizienz, die wirtschaftliche Stabilität und die ethische Verantwortung des Unternehmens geworden. Ihr Verständnis hat sich von der Abwesenheit klinischer Störungen bis zu einem Zustand des Wohlbefindens entwickelt, bei dem ein Mensch seinen Potenzial verwirklicht, mit Stress umgeht und produktiv arbeitet.
Neurobiologie und Psychophysiologie der Arbeitsumgebung
Die moderne Arbeitsumgebung wirkt ständig auf das limbische System und die präfrontale Kortex des Gehirns. Schlüsselstressoren aktivieren die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse, was zu einem chronisch erhöhten Cortisolspiegel führt.
Faktoren, die neurobiologischen Ungleichgewichte verursachen:
Chronische Unsicherheit und das Fehlen von Kontrolle (Phänomen der "erlernten Ohnmacht") unterdrücken die Aktivität der präfrontalen Kortex, die für das Planen und die Entscheidungsfindung verantwortlich ist, und erhöhen die Aktivität der Amygdala, dem Zentrum der Angst.
Digitale Überlastung und Multitasking. Das ständige Wechseln der Aufmerksamkeit erschöpft die Neurotransmittersysteme, senkt die kognitiven Funktionen und erhöht die Reizbarkeit. Studien der Stanford University zeigen, dass Multitasker schlechter Informationen filtern und eine niedrigere Produktivität zeigen.
Soziale Isolation und toxische Beziehungen. Negative soziale Interaktionen erhöhen den Spiegel entzündlicher Zytokine im Körper, was mit der Entwicklung von Depressionen korreliert.
Interessanter Fakt: Eine Studie des University of California, Berkeley, hat gezeigt, dass Führungskräfte mit hohem emotionalen Intelligenz den Cortisolspiegel ihrer Untergebenen senken und ihren Oxytocinspiegel ("Gewebe des Vertrauens") erhöhen, was die neurobiologische Grundlage für psychologische Sicherheit schafft. ...
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