Stimme der großen Stadt und ihr Spiegel in der Kunst: Monolog, Gespräch, Dialog, Lärm Die große Stadt spricht. Sie spricht nicht mit Worten, sondern mit dem Rauschen der Reifen, den Klingen der Autos, den Schritten von Millionen, dem Rauschen der U-Bahn, der Musik aus offenen Fenstern, den Schreien der Händler, dem Klingen der Straßenbahnen, dem Donner des Regens auf dem Asphalt. Die Stadt ist eine laute, polyphone Symphonie, in der jeder Klang Teil der Partitur ist. Künstler, Schriftsteller, Musiker, Regisseure haben immer versucht, diesen Stimme zu festhalten. Sie haben den Lärm in Jazzrhythmen, das Elend in literarischen Monologen, den Gespräch der Passanten in Dialoge auf Leinwand zu übersetzen. Wie spiegelt Kunst die Akustik der Metropole? Wir analysieren vier Modi des städtischen Stimmes. Monolog: Stadt als Confession des Einzelnen In der großen Stadt bleibt der Mensch oft allein mit sich selbst. Die Masse drumherum, aber niemand, mit dem man ein Wort wechseln kann. Diese akustische Isolation gebiert einen Monolog — den inneren Stimme, der lauter klingt als der Straßenlärm. Ein klassisches Beispiel in der Literatur ist «Die Aufzeichnungen aus dem Keller» von Dostojewski oder die Romane Franz Kafkas, wo der Held durch die leer wirkenden Straßen spaziert und mit sich selbst spricht. In der Dichtung sind es die Gedichte Alexander Bloks («Nacht, Straße, Laterne, Apotheke…»), nicht ein Dialog, sondern ein versteinertes inneres Schreien. In der Malerei — die Werke Edward Hoppers («Die Nachtmänner»), wo die Figuren in Cafés sitzen, aber nicht miteinander kommunizieren, jede in ihrem eigenen Welt. In der Musik — die Solopiano-Passagen von Erik Satie, die er «Möbelmusik» nannte — Töne, die keine Antwort erfordern. Der städtische Monolog in der Kunst ist ein Schrei der Einsamkeit in der lauten Leere. Gespräch: Dialoge im Lauf Die Stadt ist ein endloses Gespräch. Der Dialog zwischen Verkäufer und Käufer, zwischen Passagier und Taxifahrer, zwischen Verliebten auf ...
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