Russische und türkische Küche: zwei Imperien, zwei Ansätze zur Gastfreundschaft Russland und die Türkei sind zwei riesige Länder, zwei Imperien, zwei Welten, die seit Jahrhunderten in Kontakt gekommen, gekämpft, gehandelt und voneinander das Beste gelernt haben. Und natürlich hat das auch den kulinarischen Traditionen widergespiegelt. Russische und türkische Küche sind zwei großartige gastronomische Mächte, jede mit ihrer eigenen Geschichte, ihren Ritualen und ihrem Verständnis dessen, was „schlecht essen“ bedeutet. Auf den ersten Blick sind sie völlig unterschiedlich: eine — nördlich, mit ihren kräftigen Suppen, Reis und Salaten; die andere — südlich, mit ihren Süßigkeiten, Joghurten und der Vielzahl von Gemüse. Aber wenn man genauer hinschaut, verbindet sie etwas Wichtiges: die Liebe zu sättigendem, ehrlichem Essen, die Achtung vor dem Brot und die Fähigkeit, das Mittagessen in ein großes Ereignis zu verwandeln. Gemeinsames: Suppen, Brot und Gastfreundschaft Beginnen wir mit dem offensichtlichsten Gemeinsamen. Und sowohl in Russland als auch in der Türkei ist Suppe nicht nur ein Hauptgang, sondern die Grundlage des Essens, sein Seelenstück. Der russische Borschtsch und der türkische Linsen-Suppe (merdimek) sind zwei nationale Prachtstücke. Borschtsch ist dicht, kräftig, mit Fleisch, Kohl, Rübe und Sahne. Merdimek ist würzig, mit Kümmel und Zitrone, wärmend und beruhigend. Beide Suppen sind ein Symbol des häuslichen Wärmes, beide werden lange und mit Liebe gekocht. Ein zweiter gemeinsamer Element ist das Brot. In der Türkei ist das Pita und der Laib, in Russland der schwarze Roggenbrot. Aber in beiden Ländern ist Brot heilig. Es wird nicht weggeworfen, es wird respektiert, es wird zu jedem Tisch gereicht. In der Türkei wird Brot fast mit jedem Gericht gegessen, in Russland auch. Dies ist eine gemeinsame Einstellung zum Brot als Symbol des Wohlstandes und des Glücks. Ein dritter gemeinsamer Element ist die Gastfreundschaft. Und sowohl in der russischen als a ...
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