Glück und Freundschaft: der Hauptgeheimnis, das wir in den Augen anderer suchenWir suchen Glück in Geld, Karriere, Reisen, Einkaufen, Ruhm. Wir kaufen Kurse, lesen Bücher, hören Podcasts. Aber es gibt einen Bestandteil, der in jedem ernsten Forschungsbericht, in jeder philosophischen Lehre und in jedem ehrlichen Gespräch über das, was das Leben wertvoll macht, unerbittlich hervorblitzt. Das ist Freundschaft. Nicht einfach das Vorhandensein von Bekannten, sondern eine echte, tiefe, vertrauensvolle Verbindung mit anderen Menschen. Warum vergessen wir das so oft? Und warum ist Freundschaft vielleicht das einzige universelle Heilmittel gegen Einsamkeit, das in der Apotheke nicht zu haben ist?Aristoteles war recht: drei Arten der FreundschaftBereits im 4. Jahrhundert vor Christus legte Aristoteles in seiner «Nicomachischen Ethik» die Freundschaft in Schubladen. Er identifizierte drei ihre Typen. Der erste ist Freundschaft aus Nutzen. Wir freundet uns mit einem Kollegen, weil er uns bei Berichten hilft, oder mit einem Nachbarn, weil er Werkzeuge leiht. Das ist nützlich, aber diese Freundschaft ist fragile — wenn der Nutzen verschwindet, verschwindet auch die Verbindung.Der zweite Typ ist Freundschaft aus Vergnügen. Wir freundet uns mit denen, mit denen es sich gut macht: Kompagnons, Mitfahrer, Tennispartner. Das ist angenehm, aber auch vorübergehend. Wenn wir ein neues Hobby oder umziehen, wird der Mensch vergessen.Der dritte, höchste Typ ist Freundschaft aus Tugend. Das ist, wenn Menschen einander schätzen, nicht für etwas, sondern entgegen allem. Sie wünschen einander Gutes nicht aus Eigennutz, sondern aus Liebe. Diese Freundschaft ist selten, aber genau sie, nach Aristoteles, ist das wahre Glück. Weil wir darin uns als menschliche Wesen, fähig zur unselfischen Bindung, verwirklichen. Moderna Psychologen bestätigen: Nur der dritte Typ der Freundschaft bringt langfristige Zufriedenheit. Korrosive Verbindungen lassen eine Lücke, und Verbindungen auf Interessen werden schn ...
Читать далее