Entschuldigungen sind nicht nur «verzeihen». Es ist ein Kleber, der menschliche Beziehungen verbindet. In verschiedenen Kulturen wird um Entschuldigungen unterschiedlich herumgegangen: in manchen Orten ist es ein Ritual, in manchen Orten eine Schwächebekundung, in manchen Orten ein rechtlicher Akt. Aber was ist eine Entschuldigung aus ethischer, psychologischer und sogar politischer Sicht? Warum entschuldigen sich einige Menschen hundertmal am Tag, während andere nicht einmal «verzeihen» ausdrücken können, selbst wenn die Beziehung zerstört wird? Und kann man sich richtig entschuldigen lernen? Lassen Sie uns tiefer graben. Entschuldigung als kultureller Code In Japan ist Entschuldigung eine ganze Philosophie. Es gibt verschiedene Grade der Tiefe des Kniens, verschiedene Lexika für Entschuldigungen vor Gleichgestellten, Vorgesetzten oder Untergebenen. Entschuldigen bedeutet, Harmonie wiederherzustellen, «das Gesicht zu retten». In Großbritannien wird «sorry» gesagt, selbst wenn jemandem der Fuß getreten wird. Dies ist ein Weg, soziale Unebenheiten zu glätten. In Russland werden Entschuldigungen manchmal als ein Eingeständnis eigener Schwäche wahrgenommen: «Ein starker Mann entschuldigt sich nicht». Daher die beliebte Redewendung: «Ich entschuldige mich» anstatt «verzeihen» — als Versuch, direkte Verantwortung zu vermeiden. Der kulturelle Code diktiert, wie leicht uns diese Worte fallen. Warum wir uns nicht entschuldigen Die Gründe sind unterschiedlich. Stolz («Ich bin nicht schuldig»). Angst, den Autorитет zu verlieren («Wenn ich mich entschuldige, werden die Untergebenen mich nicht mehr respektieren»). Das Gefühl, dass eine Entschuldigung deine Gerechtigkeit herabsetzen würde («Er hat zuerst angefangen»). Kindheitstraumata: Wenn man in der Kindheit für Entschuldigungen bestraft wurde, lernt der Mensch, dass es gefährlich ist, sich zu entschuldigen. Schließlich psychologische Verteidigung: Der Mensch identifiziert sich so stark mit seinem Verhalten, dass sich entschu ...
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