Schuldgefühl und Angst. Zwei Schatten, die ein Mensch sein Leben lang verfolgen können. Sie können Motoren des Fortschritts sein, aber auch ein lähmender Gift. Die Angst vor Strafe erzeugt Schuldgefühl, und Schuld nährt die Angst. Dieser Teppich umgibt die Seele, hindert sie daran, zu atmen, und veranlasst sie zu irrationalen Handlungen. Aber kann man diesen Teufelskreis durchbrechen? Und muss man die Schuld vollständig loswerden? Wir beleuchten die Nuancen der zwei stärksten Emotionen.Woher das Gefühl der Schuld kommtDie Schuld ist eine Emotion, die auftritt, wenn ein Mensch seinen inneren moralischen Kodex oder gesellschaftliche Normen verletzt. Wir fühlen uns schuldig, wenn wir gelogen haben, betrogen oder nicht geholfen haben. Physiologisch ist dies mit der Aktivität der präfrontalen Kortex (verantwortlich für die Selbstkontrolle) und des Mandelkerns (Verarbeitung von Angst) verbunden. Kleine Kinder beginnen, Schuld zu empfinden, in den Jahren 2-3, wenn ihre Empathie sich entwickelt. Wenn Eltern zu streng bestraft werden für Fehler, kann ein Kind ein übertriebenes Gefühl der Schuld entwickeln («schuldig an allem»). Wenn sie jedoch gar nicht bestraft werden, kann die Schuld nicht entwickeln und ein Soziopath wachsen.Die Schuld als Manipulationsinstrument«Du liebst mich nicht», «Ich habe so viel für dich getan», «Wenn du nicht gewesen wärst, wäre alles geklappt» — klassische Sätze von Manipulatoren. Sie erzeugen bei der Opferin ein Gefühl der Schuld, um ihr Verhalten zu steuern. Das Opfer beginnt sich zu entschuldigen, Verantwortung für fremde Fehler zu übernehmen und sich schuldig zu fühlen. Dies ist ein zerstörerischer Szenario. Es ist wichtig, gesunde Schuld (ich habe wirklich einen Fehler gemacht) von aufgedrückter Schuld (man zwingt mich, mich schuldig zu fühlen, für das, was ich bin) zu unterscheiden.Angst: biologisch und sozialDie Angst ist eine grundlegende Emotion, die das Überleben sichert. Sie ist entweder angeboren (Dunkelheit, Höhe, laute Geräusche) o ...
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