Fisch in Kulturen der Weltvölker: vom Lebenssymbol zur göttlichen Essenz Fisch ist mehr als Nahrung. Bereits in der Antike war er Symbol für Fruchtbarkeit, Weisheit, Wiedergeburt und sogar göttliches Prinzip. In den Kulturen aller Kontinente tritt der Fisch als mythologische Gestalt, ritueller Gegenstand, astrologisches Zeichen und gastronomischer Code auf. Sein Weg in der Menschheitsgeschichte ist einzigartig: Er ernährte, heilte, inspirierte und verängstigte. Heute, wenn wir in den Aquarium schauen oder Sushi bestellen, denken wir nicht darüber nach, dass dahinter Jahrtausende symbolischer Deutung stehen. Wie wurde der Fisch zu einem so universellen Symbol und was bedeutet er für verschiedene Völker? Fisch als Urmutter alles Lebendigen In vielen Weltmythen tritt der Fisch als Primordialwesen auf, aus dem die Erde oder gar die gesamte Welt entstanden ist. In der indischen Mythologie nahm der Gott Vishnu in seiner ersten Inkarnation — Matsya — die Gestalt eines Fisches an, um die Menschheit vor der Flut zu retten. In der alten Babylonien wurde der Fisch mit dem Gott Ea in Verbindung gebracht, dem Herrn der Wasser Tiefe, der den Menschen Wissen gab. In einigen sibirischen schamanischen Traditionen wird angenommen, dass die Erde auf drei Delphinen oder riesigen Fischen ruht, die im unendlichen Ozean schwimmen. Dieser kosmogonische Aspekt betont das Wesentliche: Der Fisch ist nicht nur Bewohner des Wassers, sondern Träger sakraler Kraft. Das Wasser, in dem er lebt, wurde als urzeitlicher Chaos empfunden, und der Fisch als der, der darin orientieren und sogar schaffen kann. Daher seine Verbindung mit Weisheit, die den Landtieren nicht zugänglich ist. Christliche Symbolik: der Fisch als Zeichen der Rettung Vielleicht der bekannteste symbolische Fisch der Welt ist der Ichtis, der frühchristliche Akronym. Das griechische Wort ICHTHYS (Fisch) wurde als «Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter» gedeutet. In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung, als Christen verfo ...
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