Freiheit in den Bildern Marc Chagals: Kunst als Flucht aus der Zelle der Realität Marc Chagall ist ein Künstler, der mit keinem anderen verwechselt werden kann. Seine Bilder sind sofort erkennbar: fliegende Liebende, umgekehrte Häuser, grüne Gesichter, violette Geiger auf den Dächern. Diese Welt, die nicht den Gesetzen der Physik, sondern den Gesetzen der Gefühle unterliegt, scheint uns gleichzeitig fantastisch und unheimlich vertraut. Aber wenn man sich von den Szenarien ablenkt und in die Essenz blickt, wird klar: der Hauptcharakter Chagals ist nicht die Liebe und nicht Witebsk, sondern die Freiheit. Freiheit von der Zeit, von der Realität, vom Tod, von den Grenzen — und sogar von der Kunst selbst. Freiheit von der Schwerkraft: der Flug als Zustand der Seele Der bekannteste Motiv Chagals sind schwebende Menschen. Sie verletzen nicht einfach die Gesetze der Physik — sie ignorieren sie leichtfertig, als ob die Schwerkraft für sie nichts mehr als ein lästiges Missverständnis ist. In seinen Bildern fliegen Liebende, fliegen Ziegen, fliegen Musiker und sogar ganze Städte. Aber das ist keine Magie und keine surrealistische Spielerei des Geistes. Das ist ein Zustand der Seele. Für Chagall ist der Flug eine Art des Daseins. Er hat nicht fliegende Menschen gezeichnet, um den Betrachter zu überraschen. Er hat sie gezeichnet, weil er sich selbst so fühlte — frei von den Lasten des Alltags, der Verpflichtungen, der Zeit. In seiner Welt hebt die Liebe die Erde über sich, die Erinnerungen schweben über der Stadt, und das Gebet wird Flügel. Das ist keine Metapher, sondern ein buchstäbliches Ausdruck des inneren Erlebnisses. Freiheit bei Chagall ist nicht das Recht, sondern die Fähigkeit, sich selbst zu sein, despite everything. Freiheit von der Realität: wie Chagall die Gesetze der Welt neu schrieb Chagall hat nicht einfach die Regeln verletzt — er hat seine eigene Welt geschaffen. In dieser Welt kann ein Mensch blau sein, eine Kuh grün, und ein Haus umgekehrt. In dieser ...
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