Friedlicher Weltraum: Wünsche und Realität
Die Idee, das Weltraum ausschließlich für friedliche Zwecke zu nutzen, ist einer der edelsten Konzepte des 20. Jahrhunderts. Sie wurde in der Mitte des Kalten Kriegs als Reaktion auf die Schrecken des nuklearen Gegensatzes und die Angst vor der Militarisierung der neuen Umgebung geboren. Allerdings haben sich die Hoffnungen auf einen friedlichen Weltraum in den letzten sieben Jahrzehnten der Weltraumära ständig mit der harten geopolitischen Realität auseinandergesetzt, was zu einem einzigartigen Symbiose aus Zusammenarbeit und Konkurrenz führte.
Wünsche: rechtliche Grundlage und große Träume
Der Grundstein für den friedlichen Weltraum wurde durch internationale Abkommen gelegt. Der Eckpfeiler ist der Vertrag über den Weltraum von 1967. Seine wesentlichen Bestimmungen verbieten direkt:
Die Stationierung von Kernwaffen oder jedem anderen Waffenmassenvernichtungswaffen in der Erdumlaufbahn, auf dem Mond oder jedem anderen Himmelskörper.
Die Erklärung nationalen Souveränitätsrechts über den Weltraum, den Mond und andere Planeten (Prinzip des "gemeinsamen Erbes der Menschheit").
Die Nutzung des Mondes und anderer Himmelskörper ausschließlich zu friedlichen Zwecken.
Diese Prinzipien wurden in den folgenden Abkommen weiterentwickelt: das Abkommen über die Rettung von Raumfahrern (1968), die Konvention über die internationale Verantwortung (1972) und, was besonders wichtig ist, der Vertrag über die ABM (1972), der, obwohl es ein bilaterales amerikoisch-sowjetisches Dokument war, für Jahrzehnte die Ausstattung von Weltraumstreitkräften beschränkte.
Das Ausdruck der Hoffnungen war der Projekt der Internationalen Raumstation (ISS) – ein einzigartiges Beispiel für die Zusammenarbeit ehemaliger Gegner. Hier wurden Technologien und wissenschaftliche Daten der USA, Russlands, Europas, Japans und Kanadas in den gemeinsamen Besitz überführt. Das System der gegenseitigen Abhängigkeit (z.B. die amerikanischen Segmente sind von der russischen ...
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