Raumkollisionsmüll und internationales Zusammenarbeit
Raumkollisionsmüll ist eine der ernsthaftesten und paradoxen Probleme, mit denen die Menschheit in der Raumfahrtära konfrontiert wurde. Sie ist einzigartig: Er wurde ausschließlich von uns selbst geschaffen, bedroht alle ohne Unterschied und kann von keinem Land alleine gelöst werden. Dieses Problem hat sich von einem rein technischen Problem schnell zu einem globalen Problem entwickelt, das einem beispiellosen internationalen Zusammenarbeit bedarf.
Größe der Bedrohung: unsichtbare Gefahr
Unter Raumkollisionsmüll (technischer Begriff – "technogene Raumobjekte, die im Weltraum nicht mehr funktionieren") versteht man abgebrannte Satelliten, Trägerraketenstufen, Abdeckungen, Fragmente von Explosionen und Kollisionen, Schrauben, Werkzeuge, die von Kosmonauten verloren wurden, und sogar winzige Farbpartikel. Laut Daten des US-Raumkommandos wird derzeit über mehr als 45.000 Objekten mit einer Größe von mehr als 5-10 Zentimetern auf der Erdumlaufbahn überwacht. Ihr tatsächliches Anzahl ist um Größenordnungen größer: nach Schätzungen des Europäischen Weltraumagentur (ESA) befinden sich auf der Umlaufbahn etwa 1 Million Bruchstücke mit einer Größe von 1–10 cm und über 130 Millionen Teilchen kleiner als 1 cm.
Die Gefahr liegt in der kolossalen kinetischen Energie. Auf der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO), wo sich der Hauptteil des Mülls befindet, bewegen sich die Objekte mit einer Geschwindigkeit von etwa 7–8 km/s (bis zu 28.000 km/h). Bei diesen Geschwindigkeiten besitzt ein Teilchen der Größe einer Erbsen die Energie eines Lastwagens, der mit voller Geschwindigkeit fährt, und ein Schraubenbolzen kann den Rumpf der ISS oder eines funktionsfähigen Satelliten durchbohren.
Schlüsselkatastrophen und der Kessler-Effekt
Die beiden wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der Verschmutzung des Weltraums sind die Tests von Anti-Satellite-Waffen.
Im Jahr 2007 zerstörte China seinen alten Meteorologischen Satelliten "Fengyun-1C" mit ...
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