Garibaldi und sein Gedenken heute: ein Held, der in keine Ideologie passt Am 4. Juli 1807 wurde in Nizza, in einer Familie von Marineangehörigen, eine Person geboren, die die Karte Europas ändern sollte. Giuseppe Garibaldi — nationaler Held Italiens, eine Legende, deren Name zum Symbol des Kampfes für Freiheit und Einigung wurde. Allerdings hat sich das Gedächtnis an Garibaldi heute, fast anderthalb Jahrhunderte nach seinem Tod, in ein Schlachtfeld ideologischer Auseinandersetzungen verwandelt. Seine Anhänger versuchen, ihn zu besitzen, sowohl von Faschisten als auch von Kommunisten und Liberalen. Aber Garibaldi selbst passt in keine dieser Rahmen. Er bleibt eine Figur, die gleichzeitig die und überwindet die italienische Identität definiert. Von der Marineleutnant zum Helden der beiden Welten Giuseppe Garibaldi wurde am 4. Juli 1807 geboren. Bereits in jungen Jahren kannte er das Meer: Er begann sein eigenständiges Leben als Matrose und diente später im sardischen Marine. 1833 kam sein Schiff nach Taganrog in Russland, wo er eine schicksalhafte Begegnung mit dem politischen Emigranten Giovanni Battista Cuneo hatte. Garibaldi trat der geheimen Gesellschaft «Junges Italien» bei, die das Ziel hatte, den Norden des Landes von der österreichischen Herrschaft zu befreien und Italien auf republikanischer Grundlage zu vereinigen. 1834 nahm er an der erfolglosen Sardinischen Expedition der Mazzinisten teil und wurde daraufhin von einem Gericht in Genua zum Tode verurteilt. Es begann eine lange Zeit der Wanderung: Frankreich, Tunesien und dann Südamerika. Von 1836 bis 1848 kämpfte Garibaldi für die Unabhängigkeit der Republiken in Brasilien und Uruguay. Dort entwickelte er seinen «typischen Stil» — die rote Bluse, die später zum Symbol der Befreiungsbewegungen auf der ganzen Welt wurde. Nach seiner Rückkehr nach Italien führte er den Kampf für die Vereinigung des Landes. Sein berühmter Marsch der «Tausend» im Jahr 1860 führte zur Befreiung Siziliens und Neapels, was ei ...
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