Glück des Arbeitssüchtigen: Warum Arbeit nicht Fluch, sondern Berufung istIm modernen Welt klingt das Wort „Arbeitssüchtiger“ oft wie eine Diagnose. Man spricht darüber mit Sorge, Verurteilung oder Mitgefühl. Arbeitssüchtige werden zu Psychologen geschickt, man rät ihnen, „zu lernen, sich zu entspannen“ und „nicht das Leben zu vergessen“. Aber was, wenn wir falsch liegen? Was, wenn hinter diesem Stigma nicht nur eine Zwangsstörung, sondern eine tiefere, ehrliche Freude an dem, was man tut, steckt? Was, wenn Arbeit nicht ein Weg ist, sich selbst zu fliehen, sondern ein Weg, sich selbst zu finden? Versuchen wir, den Arbeitssüchtigen nicht als Patienten, sondern als Menschen zu sehen, der in der Arbeit die gleiche Freude gefunden hat, die andere in Urlaubsreisen, Hobbys und Vergnügungen suchen.Der Geschenk des Kontakts: Wenn Arbeit ein Dialog wirdDas erste, was den Arbeitssüchtigen vom ausgebrannten Mitarbeiter unterscheidet, ist die Qualität seines Kontakts mit der Sache. Er macht nicht einfach „Aufgaben“, sondern steht in einem ständigen Dialog mit dem, was er tut. Ein Programmierer hört den Code, ein Schriftsteller hört den Text, ein Arzt hört den Körper des Patienten. Das ist keine Metapher – das ist ein besonderes Zustand der Aufmerksamkeit, in dem die Arbeit nicht mehr ein Instrument ist, sondern ein Raum des Lebens. Solcher Mensch schaut nicht auf die Uhr, während er auf das Ende des Arbeitstages wartet, weil sein innerer Rhythmus mit dem Rhythmus des Prozesses übereinstimmt. Er leidet nicht darunter, „müssen“ zu arbeiten, er freut sich, dass er arbeiten kann.Diese Freude ist ein seltener Schatz. Sie entsteht nicht durch äußere Anreize, sondern durch ein inneres Einklang mit der Sache. Der Arbeitssüchtige jagt nicht nach Lob oder Geld (obwohl sie ein angenehmer Bonus sein können). Seine Belohnung ist der Prozess selbst. Er ist wie ein Musiker, der nicht für das Publikum spielt, sondern für die Musik. Und in diesem Sinne ist der Arbeitssüchtige nicht der Mensch, ...
Читать далее