Stellen Sie sich vor: Ein gewöhnliches Zivilverfahren über einen beschädigten Wagen. Ein Zeuge schwört, dass er gesehen hat, wie der Beklagte betrunken ans Steuer gesetzt hat. Ein anderer sagt, dass er vollkommen nüchtern war. Der Richter schaut auf beide, aber wer lügt? Falsche Aussage ist nicht einfach ein schmutziger Trick aus Detektivgeschichten. Das ist eine tägliche Kopfschmerzen für jedes Gericht. Der Kampf gegen ihn ist ein Krieg für die Wahrheit, bei dem die Einsätze das Schicksal der Menschen und das Vertrauen in den Gesetz sind. Warum Menschen unter Eid lügen Die Motive sind einfach und so alt wie die Welt. Angst - der Zeuge will sich vor dem Racheakt des Täters drücken. Freundschaft oder Verwandtschaft - man lügt für den Bruder, den Sohn, den besten Freund. Geld - käufliche Aussagen florieren in wirtschaftlichen Streitigkeiten und Scheidungen mit Vermögensauseinandersetzungen. Es gibt auch Lügen "aus Rettung": Die Krankenschwester verheimlicht, dass der Arzt sich geirrt hat, weil "er ein guter Mensch ist und zum ersten Mal gefehlt hat". Und Gier: Für fünftausend Rubel ist jemand bereit, jede Aussage zu geben. Das Problem ist, dass der Richter oft nicht erkennen kann, ob jemand lügt - er ist kein Ektoplasmiast. Wie das Gericht den Lügner erwischt: Alte und neue Methoden Beginnen wir mit den Grundlagen. Die erste Verteidigungslinie ist die Warnung vor strafrechtlicher Verantwortung gemäß Artikel 307 und 308 des russischen Strafgesetzbuchs. Dem Zeugen wird erklärt: Für die Lüge bis zu fünf Jahre Haft. Das funktioniert bei vielen, aber nicht bei allen. Wenn die Angst vor der Strafe nicht hilft, wird der Gegenausschluss durchgeführt. Ein erfahrener Jurist stellt die gleichen Fragen in verschiedener Form, bittet um Wiederholung von Details, klärt Zeit, Wetter, Kleidung ab. Die Erinnerung des Lügers ist kurz: Nach einer Stunde wird er sich in die Details verlieren, um welche Uhr er in den Treppenhaus eingetreten ist oder welche Farbe die Jacke hatte. Der zweite ...
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