Klimatische Migration: Ein globaler Herausforderung an der Schnittstelle von Ökologie, Rechten und Menschenrechten
Einführung: Ein neuer Migrationsklassen in der Ära des Anthropozäns
Klimatische Migration ist die Migration von Menschen, die gezwungen sind, ihre ständigen Wohnorte zu verlassen, hauptsächlich oder ausschließlich aufgrund plötzlicher oder allmählicher Veränderungen der Umwelt, die mit klimatischen Faktoren zusammenhängen. Dies ist kein einheitliches Phänomen, sondern ein Spektrum von Situationen: von temporärer Umsiedlung aufgrund von Überflutungen bis hin zu irreversiblen Abwanderungen aus Gebieten, die für das Leben ungeeignet geworden sind. Klimatische Migranten (häufig wird der Begriff «klimatisch vertriebene Personen» verwendet) stellen eine neue Herausforderung für das internationale Recht dar, da sie nicht unter die klassischen Definitionen eines «Flüchtlings» nach dem Genfer Abkommen von 1951 fallen, was einen rechtlichen Raum und die Gefahr der Verletzung ihrer Menschenrechte schafft.
Treibkräfte: Von langsamen Veränderungen bis zu plötzlichen Katastrophen
Die Klimamigration wird durch einen Komplex miteinander verbundener Faktoren verursacht, die условlich in zwei Kategorien unterteilt werden:
Langsame Prozesse (slow-onset events):
Steigender Meeresspiegel: Bedroht das vollständige Verschwinden kleiner Inselstaaten (Tuvalu, Kiribati, Malediven) und städtische Küstengebiete. Ein Anstieg von 1 Meter könnte Gebiete, in denen 145 Millionen Menschen leben, für das Leben unbrauchbar machen.
Ödification und Landdegradation: Der Verlust fruchtbaren Bodens und Quellen frischer Wasser untergräbt die Landwirtschaft und führt zur «Flucht aus der Ohnmacht». Der Sahel in Afrika ist ein klassisches Beispiel.
Trockenheit und Wasserknappheit: Langanhaltende Dürren, wie die «Tausendjährige Dürre» im südwestlichen USA oder im Mekong-Becken, machen ganze Regionen unlebensfähig.
Sofortige Extremereignisse (rapid-onset events):
Erhöhte Häufigkeit und Intensität v ...
Читать далее