Lebenszyklus des Menschen im Kontext der Evolution: Von der Kindheit bis zur Postmenopause
Einführung: Die Einzigartigkeit des menschlichen Lebensweges
Der Lebenszyklus des modernen Menschen (Homo sapiens) mit seinem langen Kindesalter, kurzen Jugendalter, langem Erwachsenenalter und der einzigartigen postreproduktiven Phase der Primaten (insbesondere bei Frauen) ist das Ergebnis einer komplexen evolutionären Geschichte. Diese Phasen sind nicht nur biologische Phasen, sondern adaptive Strategien, die durch natürlichen Selection für die Erhöhung der Überlebens- und reproduktiven Erfolgschancen in sozialen Lebensbedingungen durch die natürliche Selection entwickelt wurden. Ihr Studium liegt am Übergang zwischen Evolutionärer Biologie, Anthropologie, Demografie und Entwicklungspsychologie.
Verlängertes Kindesalter und Jugend: Investition in Qualität
Die Abhängigkeitsphase beim Menschen ist außergewöhnlich lang. Während die Sexualreife bei unseren nächsten Verwandten, den Schimpansen, um die 8-10 Jahre heranreicht, beträgt sie beim Menschen durchschnittlich 12-15, und die soziale Reife (Bereitschaft zur selbstständigen Lebensführung) ist noch weiter verschoben.
Evolutionäre Ursache - «Hypothese des Lernens»: Das lange Kindesalter und insbesondere die Jugendzeit haben sich evolutionär als Zeit für die Erwerbung komplexer sozialer, kultureller und technologischer Fähigkeiten entwickelt. Der menschliche Gehirn bleibt bis zu 20-25 Jahren hochplastisch, was das Erlernen der Sprache, sozialer Normen und Handwerkskunst ermöglicht. Diese kostspielige Investition (Ressourcen der Eltern, erhöhtes Risiko des Todes eines nicht selbstständigen Individuums) wird durch die spätere hohe Effizienz des erwachsenen Individuums in einer komplexen sozialen Umgebung ausgeglichen.
Die Jugendzeit als evolutionärer «Moratorium»: Dieser wilde Zeitraum mit hoher Risikobereitschaft und der Suche nach sozialer Stellung kann als evolutionäre «Bühne» für das Testen von Strategien, das Ausbilden sozia ...
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