Menschlichkeit am Arbeitsplatz: Anthropologie, Ethik und Psychologie des sinnvollen Arbeitens
Das Konzept der "Menschlichkeit am Arbeitsplatz" geht über das einfache Einhalten des Arbeitsrechts oder der corporate Etikette hinaus. Es ist eine komplexe Paradigma, die den Arbeitsplatz als fundamentale Form menschlichen Daseins betrachtet, in der spezifisch menschliche Qualitäten manifestiert und entwickelt werden sollten: Autonomie, Kreativität, moralische Handlungsfähigkeit, soziale Verknüpfung und die Suche nach Bedeutung. Eine wissenschaftliche Analyse dieser Kategorie erfordert einen interdisziplinären Ansatz.
Philosophisch-anthropologische Grundlagen: Arbeit als ontologische Aktivität
Die klassische philosophische Tradition (von Aristoteles bis zu Marx) betrachtete die Arbeit nicht einfach als Mittel zum Leben, sondern als Tätigkeit, in der der Mensch menschlich wird. Aristoteles sah in der "Praxis" (zielgerichteten Tätigkeit) die Realisierung des menschlichen Potenzials. Marx, der die Entfremdung (Entfremdung) beim Kapitalismus kritisierte, beschrieb ihre vier Formen: vom Produkt der Arbeit, vom Arbeitsprozess, von seiner menschlichen Natur (die freie bewusste Tätigkeit ist) und von anderen Menschen. Der menschliche Arbeit nach Marx ist Arbeit, in der der Arbeiter sich nicht "außer sich selbst" fühlt, sondern seine physischen und intellektuellen Fähigkeiten frei realisiert, sieht in dem Produkt sein verewigtes "Ich" und stellt authentische Verbindungen mit anderen her.
Somit ist die Menschlichkeit am Arbeitsplatz ein Antithese zur Entfremdung. Sie geht davon aus, dass die Verbindung zwischen Akteur, Tätigkeit, ihrem Ergebnis und dem sozialen Kontext wiederhergestellt wird.
Psychologische Messungen: Selbstbestimmung und Fluss
Die moderne Psychologie (Theorie der Selbstbestimmung von E. Deci und R. Ryan) bestätigt empirisch diese philosophischen Intutionen. Der menschliche Arbeit erfüllt drei grundlegende psychologische Bedürfnisse:
Autonomie — das Gefühl der Freiw ...
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