Kein Wind. Dies ist die Bewegung der Luft. Aber für den Menschen war der Wind immer lebendig. Er weht, jault, sputselt, flüstert. Er bringt Regen oder Dürre, zerstört Häuser oder füllt Segel. In der Kultur, dem Kunst und der Sprache ist der Wind ein Symbol für Veränderungen, Freiheit, Unveränderlichkeit. Er ist unsichtbar, aber sein Vorhandensein wird gespürt. Wir erzählen, wie der Wind Menschen seit Jahrtausenden inspiriert. Wind in der Mythologie und Religion In der antiken Griechenland wurden die Winde von dem Gott Eol beherrscht. Er hielt sie in einem Sack, wie in der "Odyssee": Die Gefährten Odysseus öffneten den Sack, lösten Stürme aus und die Schiffe wurden durcheinandergewirbelt. Die vier Hauptwinde: Boreas (nordlicher), Notus (südlicher), Zephyrus (westlicher, warm), Eurus (östlicher). Sie wurden als geflügelte Männer mit aufgeblähten Wangen dargestellt. In der skandinavischen Mythologie schuf der Wind einen Adler, der auf dem Gipfel des Weltenbaumes Yggdrasil saß. In Indien — der Gott Vayu (Wind, Lebensatem). Im Christentum ist der Wind ein Symbol des Heiligen Geistes ("Dunst"). Im Islam sind die Winde Zeichen Allahs. Bei den Slawen wurde der Wind von Stribog beherrscht. Man betete zu ihm, um Seeleute und Bauern (um dass der Wind die Ernte nicht zerstört). In russischen Märchen hilft der Wind den Helden: "Gehe dahin, ich weiß nicht wohin, bringe das, ich weiß nicht was" — dort trägt der Wind den Helden. Der Wind symbolisierte immer eine Kraft, die nicht kontrollierbar ist. Man betete vor ihm, man fürchtete ihn. Wind in der Malerei Es ist schwer, den Wind auf einem Bild darzustellen. Künstler zeigen seine Folgen: gebogene Bäume, fliegende Haare, Segel, aufgewühlte Wasser. Ein klassisches Beispiel ist "Der neunte Wellen" von Aivazovsky (1850). Wind und Wellen, das Schiff am Rande des Abgrunds. Hier ist der Wind ein Feind. Vincent van Gogh, "Nacht mit Sternen" (1889). Das Himmelswellen wie ein Wirbel. Das ist der Wind — unsichtbar, aber bewegend. "Weizenfeld ...
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