Der Körper als Tempel: Wie Weltreligionen uns lehren, uns um uns zu kümmernIn dem Durcheinander des täglichen Lebens nehmen wir unser Körper oft als etwas Selbstverständliches wahr. Wir ernähren ihn, um den Hunger zu stillen, behandeln ihn, wenn er schmerzt, und nutzen ihn, bis er ausfällt. Doch für die meisten Weltreligionen ist der Körper nicht nur eine biologische Hülle, sondern ein heiliger Schatz, ein Tempel der Seele, ein Werkzeug des spirituellen Wachstums und sogar ein Verbündeter im Erkennen Gottes. Das Verhältnis zum Körper in verschiedenen Glaubensbekenntnissen kann stark variieren, aber in einem sind sie sich einig: Der Körper erfordert Respekt, Sorge und ein bewusstes Verhalten. Genau durch die Körperschaft kommt der Mensch zur Erkenntnis seiner spirituellen Natur, und die Missachtung des Körpers wird als Missachtung dessen angesehen, was übergeben wurde.Christentum: Der Körper als Tempel des Heiligen GeistesÎn der christlichen Tradition nimmt der Körper des Menschen einen besonderen Platz ein. Apostel Paulus schreibt im ersten Brief an die Korinther: „ wisst ihr nicht, dass eure Körper Tempel des heiligen Geistes sind, der in euch wohnt?“. Diese Phrase wurde zur Schlüsselstelle für das Verständnis des christlichen Verhaltens gegenüber dem Körper. Er ist nicht an sich selbst sündhaft — entgegen der weit verbreiteten Meinung lehnt das Christentum die Materie nicht als solche ab. Der Fehler liegt nicht im Körper, sondern in seiner missbräuchlichen Nutzung. Daher wird die Sorge für den Körper nicht nur als hygienische oder medizinische Notwendigkeit angesehen, sondern als geistliche Übung. Die Erhaltung der Gesundheit, Mäßigung in der Ernährung, körperliche Aktivität werden als Teil des Dienstes an Gott angesehen.In der orthodoxen Tradition wird besonderes Augenmerk auf die Fastenzeit gelegt. Sie wird nicht als Hungern verstanden, sondern als eine Übung der Willensstärke und der Disziplin des Körpers, die dem Geist mehr Freiheit gibt. Durch den Verzicht a ...
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