Unliebe Kollegen für Top-Mitarbeiter: Soziale Dynamik und Beziehungsführung
Das Phänomen des negativen Verhaltens der Kollegen gegenüber einem hoch effizienten Mitarbeiter (Top-Mitarbeiter) ist eine weit verbreitete organisatorische Problematik, deren Wurzeln in der sozialen Psychologie, der Gerechtigkeits-Theorie und den Besonderheiten der Gruppen-Dynamik liegen. Dies ist nicht nur ein Problem persönlicher Sympathien, sondern ein komplexer Prozess, der die Produktivität der gesamten Mannschaft senken und zum Verlust wertvollen Personals führen kann.
Psychologische und soziale Mechanismen des Phänomens
Verletzung des Prinzips der Gerechtigkeit (Equity Theory). Laut der Gerechtigkeits-Theorie von J. Stacy Adams bewerten die Mitarbeiter das Verhältnis ihres Beitrags zum Gegenwert, indem sie es mit dem Verhältnis ihrer Kollegen vergleichen. Ein Top-Mitarbeiter, der hervorragende Ergebnisse zeigt, wird unbewusst zum "Verstörer des Gleichgewichts". Wenn seine überdurchschnittlichen Ergebnisse nicht zu einem proportionalen Anstieg der Belastung oder Anforderungen an die anderen führen, können die Kollegen die Situation als ungerecht empfinden: "Er schafft neue Standards, für die wir auch verantwortlich sein müssen". Dies führt zu Neid und Widerstand.
Bedrohung der sozialen Identität und Kohäsion. Eine Gruppe entwickelt informelle Normen der Leistung ("wie viel hier akzeptiert wird, zu arbeiten"). Ein Top-Mitarbeiter, der regelmäßig diese Normen übertrifft, begeht einen "rollenverletzenden Akt" und wird als Bedrohung für das gruppenhomogene Erscheinungsbild wahrgenommen. Sein Erfolg kann als stillschweigende Anklage gegen die mangelnde Hingabe der anderen interpretiert werden, was kognitive Dissonanz und den Wunsch zur Isolierung des "Verstörs" erzeugt.
Das Phänomen des "großen Blumenkopfes" (The Tall Poppy Syndrome). Dieses kulturelle Phänomen, das besonders stark in kollektivistischen Gesellschaften zu finden ist, beschreibt die Tendenz, den "ausgezeichneten Blumenkopf" ...
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