Wer den Neujahrstag nicht feiert: Kalender, Konfessionen und kulturelle Wahl
Das Verständnis des Neujahrstags als universellen Fest ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Der Verzicht oder die Nichtfeier des 1. Januar ist keine Anomalie, sondern die Folge tiefgreifender religiöser, kultureller, historischer oder ideologischer Gründe. Gruppen, die diesen Tag nicht feiern, können nach mehreren Schlüsselmerkmalen klassifiziert werden: religiöses Misstrauen, die Verwendung eines alternativen Kalenders, bewusster Protest oder soziale Marginalisierung.
1. Religionsgemeinschaften, die den Fest aus dogmatischen Gründen ablehnen
Für viele Konfessionen ist der laizistische Neujahrstag (insbesondere mit seinen heidnischen und sowjetischen Attributen) einem Widerspruch zu den Grundlagen des Glaubens.
Zeugen Jehovas: Der bekannteste Beispiel. Sie feiern den Neujahrstag nicht, wie auch andere laizistische und viele religiöse Feste (Weihnachten, Ostern, Geburtstage). Ihre Position basiert auf dem Glauben, dass diese Feste heidnische Wurzeln haben und nicht den biblischen Prinzipien entsprechen. Sie verweisen auf das Fehlen jeglicher Erwähnung des Neujahrstags in der Bibel und seine Verbindung zu Kulten, die dem zweifachen Janus (in Rom) oder anderen Gottheiten gewidmet waren.
Einige konservative protestantische Denominationen: Einzige fundamentalistische Gemeinschaften (einige Baptisten, Pfingstler) können ebenfalls darauf verzichten, ihn als «weltlich» und ablenkend von der geistlichen Lebensweise zu betrachten. Sie betonen den «nichtchristlichen» Charakter der Feierlichkeiten.
Ein Teil der orthodoxen Altgläubigen und äußerst konservativen Orthodoxen: Für sie ist der moderne Fest mit dem Weihnachtsbaum (historisch protestantischer Brauch), dem Weihnachtsmann (sowjetische Anpassung) und den lauten Festmahl ein fremdartiges «weltliches» Ereignis. Sie leben nach dem kirchlichen Kalender, wo der Hauptzyklus der Liturgie ist, und der laizistische Datum 1. Januar hat keine sa ...
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