Chachacha: Geschichte und Gegenwart. Vom Straßenperkussionstanz bis zur Bühnenkunst
Einführung: Tanz als akustischer und kultureller Phänomen
Das Chachacha (Step, Tap Dance) ist eine einzigartige Tanzform, bei der nicht nur das Körper, sondern auch die von ihm geschaffene komplexe Rhythmusstruktur das Hauptausdrucksmedium ist. Dies ist eine Synthese von Choreografie, Musik und Perkussion, bei der die Schuhe des Tänzers mit metallischen Aufsetzern in ein Schlaginstrument verwandelt werden. Die Geschichte des Chachacha ist die Geschichte des kulturellen Austauschs, sozialer Transformationen und einer ständigen Evolution des rhythmischen Sprachgebrauchs.
1. Genesis: Synthese der Kulturen in der Neuen Welt
Die Wurzeln des Chachacha liegen im dramatischen "Schmelztiegel" Amerikas im 18. und 19. Jahrhundert und sind das Ergebnis der Verschmelzung mehrerer Traditionen:
Irische und schottische Volkskultur: Solotänze mit harten Schuhen (Jig, Clog Dance), die eine charakteristische Arbeit der Füße aufweisen, wurden von den Einwanderern mitgebracht.
Afrikanische musikalisch-tänzerische Traditionen: Westafrika hat dem zukünftigen Step eine komplexe Polyrhythmik, den Akzent auf die Improvisation, die Nutzung des gesamten Körpers als Perkussionsinstrument und eine besondere "entspannte" Körperhaltung geschenkt. Sklaven, denen ihre Trommeln genommen wurden, entwickelten rhythmische Ausdrucksfähigkeit durch Schläge mit den Füßen und Klatschen (so genannte "Patting Juba").
Englischer Clog-Dance: Tanz in holzernen Schuhen, der unter den Arbeitern in den industriellen Stadtteilen beliebt war.
Ihre Interaktion, insbesondere auf Plätzen und in Taverne der Hafencity, führte zu den frühen Formen des Steps. Der Schlüsselmann in seiner Popularisierung war der William Henry Lane, bekannt als der "Meister Juba" (Master Juba). In den 1840er Jahren dieser afroamerikanische Tänzer, der europäische Schritte mit afrikanischer Rhythmik kombinierte, eroberte New York und tourte sogar in Groß ...
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