Phänomen der institutionellen «Vaterlosigkeit»: Verborgene Praktiken der Schule und Strategien des familiären Widerstands
Einführung: Implizite Politik als Form des geschlechtsspezifischen Ausschlusses
Das Problem der so genannten «Vaterlosigkeitspolitik» an Schulen wird selten in offiziellen Direktiven dargestellt. Öfter handelt es sich um eine Kombination von informellen Praktiken, kommunikativen Mustern und organisatorischen Grundsätzen, die systematisch die Rolle der Väter im Bildungsprozess ausklammern oder minimieren. Dieses «verborgene Lehrplan» (hidden curriculum) überträgt veraltete Geschlechterstereotype, bei denen die Erziehung und der Kontakt zur Schule eine Prärogative der Mutter sind, und der Vater dient nur als unterstützende, finanzielle oder disziplinäre Instanz. Eine solche Praxis schadet nicht nur den Vätern, sondern auch den Kindern, indem sie geschlechtsspezifische Rollenklischees stärkt und das Kind eines wichtigen Unterstützungsinstruments beraubt.
Deconstruction der Mechanismen des Ausschlusses: Wie funktioniert das in der Praxis?
Genderisierte Kommunikation:
Adressierung von Nachrichten: Alle Massenversendungen (elektronische Schülerbriefe, Chats, Ankündigungen) sind in femininem Genus formuliert: «Sehr geehrte Mütter!», «Liebe Mütter!». Selbst wenn die Adressierung allgemein ist, zeigen visuelle Bilder auf der Schulwebsite und in den sozialen Netzwerken fast ausschließlich Mütter bei Veranstaltungen.
«Mütterlicher» Sprachgebrauch: Auf Elternabenden und in persönlichen Gesprächen nutzen Lehrer unbewusst Lexik und Themen, die auf das mütterliche Erlebnis abzielen («Sie verstehen als Mutter…», Diskussion in Kategorien wie «ernähren-anziehen-layen»), was Väter, deren elterlicher Erfahrung oft anders formuliert wird, abweisend sein kann.
Organisatorische Barrieren in Bezug auf Zeit und Format:
Zeit der Versammlungen und Veranstaltungen: Die Festlegung wichtiger Treffen am Arbeitstag in der Mittagszeit (14:00-16:00) schließt automatisch die meist ...
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