Die ungewöhnlichsten Neujahrsmasken: Von der Antike bis zum Avantgarde
Einführung: Die Maske als Instrument der Transformation des Chronotops
Die Neujahrsmaske ist nicht nur ein Bestandteil des Karnevalskostüms, sondern ein komplexer soziokultureller und psychologischer Artefakt. Im Kontext des Festes, das den Zeitrahmen markiert, erfüllt die Maske die Funktion eines liminalen Objekts (im Sinne des Anthropologen Victor Turner), das dem Träger ermöglicht, über die Grenzen der gewohnten Identität und sozialen Normen hinauszugehen. Sie dient als Instrument des rituellen Wiedergeburtens, des Abschreckens böser Geister und des symbolischen «Brennens» des alten Jahres. Wissenschaftlich interessant sind Masken, die über die Grenzen der standardisierten Fabrikproduktion hinausgehen und tiefere Archetypen oder technologische Trends widerspiegeln.
1. Archaische und rituelle Masken: Dialog mit Geistern
Die ungewöhnlichsten Masken aus heutiger Perspektive haben ihre Wurzeln in den ältesten Zeremonien des Winterlichen Halbnachtens
Masken von Krampus und Perchten (Alpenregion, Österreich, Bayern). Diese Masken, die während des Festes Krampusnacht (5. Dezember) getragen werden, sind schreckliche, mit Fell und Hörnern bedeckte Gesichter mit ausgestreckten Augen und einem langen舌头. Sie sind dem Heiligen Nikolaus entgegengesetzt und verkörpern die dunklen Kräfte des Winters, die vertrieben werden müssen. Ihr Herstellung ist ein hohes Handwerk, das in Familien von Holzschnitzern weitergegeben wird. Interessanter Fakt: Anthropologen sehen in ihnen Spuren bischöflicher Kulturen, die mit Geistern der wilden Natur und Ahnen verbunden sind (Perchten — von dem Namen der Göttin Percht). Der Ritual mit solchen Masken ist ein kontrolliertes Einführen des Chaos, um den Frieden im neuen Jahr wiederherzustellen.
Masken von Mummer (England, Irland). Die Teilnehmer der «Mummer-Paraden» (z.B. in Derbyshire) tragen Masken aus Pappe-mache oder Stoff, oft mit grotesk hässlichen Zügen, ergänzt durch ...
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