Die maghrebische Küche in Frankreich: Wie Kouskous und Tadjin zur Teil der französischen Seele wurdenDu Duft von Kreuzkümmel und Koriander, das schmelzende Fleisch in Terrinen, der süße Duft von Minztee und das Knuspern frischen Baguettes. In Paris, Marseille oder Lyon hat dieses Set an Gefühlen schon lange keine Exotik mehr. Die maghrebische Küche - die Küche Marokkos, Algeriens und Tunesiens - hat sich zur unverzichtbaren Bestandteil des französischen gastronomischen Landschafts entwickelt. Sie hat nicht nur in Restaurants und Bistros, sondern auch in Hausmenüs, in Schulmahlzeiten und sogar in traditionellen französischen Festtagen Einzug gehalten. Wie wurde dieser kulinarische Dialog zwischen beiden Ufern des Mittelmeers zu einer der prägnantesten Seiten der modernen französischen Kultur?Historische Grundlage: von kolonialen Beziehungen bis zur MasseneinwanderungUm zu verstehen, warum die maghrebische Küche in Frankreich so fest verwurzelt ist, muss man in die Geschichte schauen. Das französische koloniale Engagement in Nordafrika, das über ein Jahrhundert dauerte, hat starke Verbindungen zwischen den beiden Regionen geschaffen. Nach der Unabhängigkeit der Maghreb-Länder in den 1950er und 1960er Jahren strömte ein Strom von Immigranten nach Frankreich. Arbeiter aus Marokko, Algerien und Tunesien brachten nicht nur ihre Hände und beruflichen Fähigkeiten mit, sondern auch ihre kulinarischen Traditionen. Schrittweise begannen sie, kleine Lebensmittelgeschäfte zu eröffnen, wo man Kräuter, Reis und andere Zutaten kaufen konnte, und später dann auch die ersten Restaurants. Dies begann das, was man heute als «kulinarische Eroberung» Frankreichs bezeichnet. Bereits in den 1980er Jahren wurde die maghrebische Küche nicht mehr nur für Immigrantenviertel bestimmt. Sie begann, sich in den Mainstream zu verbreiten. Die Franzosen entdeckten Kouskous und Tadjin und diese Gerichte wurden so beliebt wie Pizza oder Pasta. Heute ist Kouskous fest mit der französischen Küche verbund ...
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