Geschmack als Handlung: Essen und sein Zubereiten im Kino, in der Literatur und im Kunst Der Duft von geröstetem Lauch, das Knistern frischen Brotes, der Aroma von würzigen Brühen. Essen ist nicht nur ein Weg, um zu überleben. Es ist eine Sprache, auf der man von Liebe, von Erinnerung, von Macht und von Verlust spricht. In der Kunst wird Essen zum Held, zum Motivator der Handlung, zur Metapher und sogar zu einem Weg philosophischer Ausdrucksweise. Wenn wir auf dem Bildschirm sehen, wie ein Küchenchef sorgfältig Lauch schneidet oder wenn wir in Büchern Beschreibungen familiärer Mahlzeiten lesen, verstehen wir: es geht nicht um Kalorien. Es geht um das Leben. In diesem Material werden wir die Spuren köstlicher Essensvorbilder im Kino, in der Literatur und der bildenden Kunst verfolgen — und sehen, dass ihre Zubereitung oft das wichtigste Ereignis in der Handlung ist. Kino: wo das Teller das Zentrum des Universums wird Im Kino hat Essen lange vor allem als Requisit existiert. Es wurde zu einem vollwertigen Charakter — manchmal stumm, manchmal lauter als alle Dialoge. Nehmen wir zum Beispiel den Film «Ratatouille» (2007). Hier ist die qualitativ hochwertige Zubereitung von Essen nicht nur eine Profession, sondern eine Philosophie. Der Ratte Remy will nicht nur kochen — er will kreativ sein. Sein Motto: «Jeder kann kochen». Und in diesem Statement liegt ein tieferer Sinn: Kunst hängt nicht vom Herkommen ab, und Essen ist ein zugänglicher Weg zur Selbstermächtigung. Szenen, in denen Remy seinen berühmten Ratatouille schafft, sind echte kulinarische Gedichte. Jeder Bewegung, jede Gewürze, jede Textur wird mit soviel Liebe dargestellt, dass der Zuschauer wirklich den Geschmack auf der Zunge fühlt. «Ratatouille» ist ein Film darüber, dass die qualitativ hochwertige Zubereitung von Gerichten keine Handwerkskunst, sondern ein Kunstwerk ist, das jedem zugänglich ist, der zu den Zutaten hört. Ein weiteres Beispiel ist «Julie & Julia» (2009), ein Film, der durch das Zubereiten ...
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